Piloten eines DJI Phantom oder Phantom 2, die Aufnahmen mit einem Gimbal und GoPro machen, werden folgende Situation kennen:

Landegestell im Blickfeld

Landegestell im Blickfeld

Das Problem

Das Problem

Linkes Landegestell im Sichtbereich der GoPro

Dadurch, dass die Optik der GoPro nicht zentriert ist, gerät ein Teil des in Flugrichtung linken Landegestells bei etwas schnelleren Rechtsdrehungen in den Sichtbereich, was zu unschönen Ergebnissen bei Foto- und Videoaufnahmen führt.

Ein kleines Vorher/Nachher-Video gibt es hier.

Die Lösung

Das Original-Landegestell ist sehr stabil, was einen recht einfachen Lösungsansatz ermöglicht:
Absägen! :-)

Für diejenigen, die gerne nach einer Schritt-für-Schritt-Anleitung basteln, folgt ein kleines HowTo mit Fotos.

Phantom Landegestell Modifikation

Schritt für Schritt

Werkzeug

Werkzeug

Werkzeug

Aus meiner Bastelecke habe ich folgendes Set zusammengestellt:

  • Kreuz/Schlitz-Schraubendreher, im Phantom-Lieferumfang
  • Inbusschlüssel (Innensechskant), im Phantom-Lieferumfang
  • Seitenschneider
  • Säge (im Beispiel Eisensäge)
  • Markierungsstift
  • optional Schleifpapier (im Beispiel 3M Schleifschwamm Flex [fein])

Kopf ab

Um die Kabel an den Beinen des Landegestells neu zu sortieren und den CAN-Bus Connector bei Bedarf nach hinten zu verlegen, muss der Kopter geöffnet werden. Dazu legt man den Phantom zunächst auf den Kopf und löst an jedem Ausleger die vier im Bild markierten Schrauben.

Schrauben lösen

Schrauben lösen

Der Kopter wird nun wieder auf seine Beine gestellt und der Deckel des Gehäuses vorsichtig abgehoben. Wenn die Aufkleber (zur Markierung der Front) das Öffnen verhindern, schlitzt man diese einfach mit einem Messer an den Übergangsstellen ein.

Ein Kabel verbindet das GPS-Modul mit der Platine. Der Stecker wird abgezogen.

GPS-Verbindung trennen

GPS-Verbindung trennen

Demontage Landegestell

Sofern vorhanden, werden zunächst die Klebebänder entfernt. Diese können am Ende wieder verwendet werden.

CAN-Bus Connector

Da der vordere Teil des Landegestells fehlen wird, verlegen wir den Connector an das hintere Bein. Der Stecker wird abgezogen und die vier Schrauben gelöst. Mein Connector hat schon einen heftigen Crash überlebt und sieht daher nicht mehr ganz frisch aus. :)

CAN-Bus Connector

CAN-Bus Connector

Wenn du deinen Phantom nur mit Gimbal/GoPro-Kombi fliegst, kannst Du Connector, Schrauben, Halterungen und Kabel in einer kleinen Box verwahren, da er nicht benötigt wird. Ich verwende gelegentlich die Groundstation, weshalb ich in dieser Anleitung den Connector wie erwähnt am hinteren Bein wieder montiere.

Kompass

Der Kompass bleibt an seinem Platz, daher müssen wir nur den Stecker ziehen

Kompass

Kompass

Landegestell abbauen und bearbeiten

Zum Abbau des Landegestells werden einfach die jeweils zwei Schrauben gelöst.

Schrauben Landegestell

Schrauben Landegestell

Um die Arbeit zu erleichtern, habe ich die beiden Gestelle markiert (links/rechts).

Markierte Landegestelle

Markierte Landegestelle

Nun markieren wir die Stellen, an denen wir jeweils das vordere Bein abtrennen werden. Die Markierung des rechten Gestells erfolgt direkt vor dem vorderen Gummi-Pad. Das linke Gestell wird ein Stück hinter dem Gummi-Pad markiert.

Markierungen

Markierungen

Für das Zersägen der Gestelle verwende ich eine Eisensäge.

Sägen

Sägen

Sieht kaputt aus, ist es aber nicht:

Zersägte Landegestelle

Zersägte Landegestelle

Scharfe Kanten werden idealerweise abgeschliffen.

Kanten schleifen

Kanten schleifen

Geschliffene Kanten

Geschliffene Kanten

Nun hatte ich die Idee, mithilfe der mitgelieferten Ersatz-Pads und etwas “Klebe-Knete” einen neuen vorderen Fuß für das linke Gestell zu basteln. Wie sich später herausstellte, ist dies Lösung jedoch nicht ausreichend. Folgende Idee also bitte nicht nachmachen:

Netter Versuch

Netter Versuch

Wer den Connector benötigt, montiert ihn am linken Bein. Hierbei darauf achten, dass die Buchse oben ist.

CAN-Bus Connector montieren

CAN-Bus Connector montieren

Modifizierte Landegestelle

Modifizierte Landegestelle

Zusammenbau

Die Beine werden nun hinten wieder angeschraubt. Die übrigen Schrauben drehen wir zur einfachen Aufbewahrung an ihre ursprüngliche Position. ;)

Montierte Landegestelle

Montierte Landegestelle

Auf die abgehackten Beine gestellt stellen wir fest, dass die natürlich schlechtere Stabilität zu einer leichten Absenkung der Front des Kopters führt. Dies wäre nicht weiter schlimm, hätte dies nicht zur Folge, dass das Gimbal den Boden berührt und sich beim Einschalten nicht mehr frei kalibrieren kann. Ich habe daher erhöhte Klebefüßchen verwendet, die zudem eine breitere Auflagefläche haben. Alternativ kann man die Enden auch mehrfach mit Gewebeklebeband umwickeln, bis die gewünschte Dicke erreicht ist.

Links im Bild ist zu erkennen, dass ich die Antenne provisorisch in einen Gimbal-Puffer gesteckt habe.
Rechts hängt nun noch das Kabel des Connectors, welches wir einfach nach hinten verlegen. Der Kabelbinder wird vorsichtig aufgeknipst, damit das Kabel neu verlegt werden kann.

Kabelbinder aufknipsen

Kabelbinder aufknipsen

Die Verlegung des Kabels sollte selbsterklärend sein.

Der Gehäusedeckel wird wieder angeschraubt, nachdem der Stecker des GPS-Kabels wieder auf die Platine gesteckt wurde. Die korrekte Ausrichtung lässt sich einfach feststellen, wenn man die Aufkleber an den vorderen Auslegern beachtet.

Geschafft, der Kopter steht mit neuem alten Gestell und wartet auf seinen ersten Testflug.

Fertig

Fertig

Ansichten modifiziertes DJI Phantom Landegestell

DJI Phantom Landegestell Modifikation

DJI Phantom Landegestell Modifikation

DJI Phantom Landegestell Modifikation

DJI Phantom Landegestell Modifikation

DJI Phantom Landegestell Modifikation

Gewinnt keinen Schönheitspreis, aber funktioniert: DJI Phantom 2 Landegestell Modifikation

Man spürt doch förmlich die neue GoPro-Freiheit? :)

Netter Nebeneffekt

Wir gehen nun mit ein paar Gramm weniger in die Luft

Gewichtersparnis

Flugverhalten

In drei Testflügen konnte ich keine Einschränkungen bezüglich Flugverhalten oder Videoqualität feststellen. Auch die provisorisch im Gimbal-Puffer positionierte Antenne bleibt vorerst an ihrem Platz.

Landen ist weiterhin stehend möglich.

Vorteile

  • Landegestell ist nicht mehr im Bild
  • Gewichtreduzierung
  • ein bisschen Individualität

Nachteile

  • Leichter Stabilitätsverlust
  • Höhere Gefahr der Materialermüdung
    (immer auf Bodenfreiheit des Gimbals achten!)
  • Verlust einer Schutzzone
    (Vorderbeine sind nicht mehr vorhanden, Gimbal und GoPro sind Hindernissen ausgesetzt)

Ergo: Vorsichtig fliegen. Aber das machen wir ja sowieso. ;)


DJI Phantom Landegestell Modifikation auf Youtube